Änderungsantrag der Kreistagsfraktion BSW-FH des Landkreises Ludwigslust-Parchim zur Umsetzung der Flüchtlingsunterkunft in Dabel

 Der Kreistag möge beschließen:

1. Der Landrat wird gebeten, die Alternativen zur Anzahl der geplanten Bewohner in der Flüchtlingsunterkunft in Dabel zu prüfen. Für eine Sozial- und Strukturverträglichkeit ist eine maximale Belegungskapazität von 270 Bewohnern als zumutbar und verträglich zu betrachten.
2. Das Konzept des Inhouse-Unterrichts für schulpichtige Kinder könnte in Anlehnung an die Umsetzung in Demen aufgebaut werden. Das bedeutet, dass sich die zuständigen Ausschüsse und die Verwaltung mit den ansässigen Schulen in Verbindung setzen, um zwei bis drei Lehrkräfte zu gewinnen, die die Kinder im ersten Jahr mit dem Hauptaugenmerk auf das intensive Erlernen der deutschen Sprache unterrichten.
3. Aufgrund der unzureichenden medizinischen Kapazität sowohl im ambulanten, als auch im stationären Bereich im Raum Sternberg, sollten entsprechende Strukturen im LUP Klinikum am Crivitzer See aufgebaut werden, so dass wöchentliche Sprechzeiten für die Bewohner der Einrichtung in Dabel zur Verfügung stehen. Die stationäre medizinische Versorgung der Bewohner sollte in das Konzept der LUP-Klinik in Crivitz eingebunden und fachspezisch angepasst werden. Im Besonderen für den Bereich der Gynäkologie und Urologie.
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Problembeschreibung/Begründung:

1. Ausgehend davon, dass in der zukünftigen Flüchtlingsunterkunft in Dabel vorrangig Familien untergebracht werden, sollte die Anzahl der dort untergebrachten Menschen deutlich verringert werden. So kann die Verhältnismäßigkeit zur Anzahl der Einwohner der Gemeinde Dabel gewahrt und die Herausforderungen der Versorgung durch Kinderbetreuung, Schule und medizinische Versorgung bewältigt werden. Die Einschätzung des Dabeler Bürgermeisters, die Anzahl der untergebrachten Menschen auf 80 -100 zu beschränken(*1), um eine Integration tatsächlich umsetzen zu können, sollte in der Prüfung Beachtung nden. Mit einer zu erwartenden Abnahme der Flüchtlingsströme und einer angekündigten und schnelleren Bearbeitung der Asylanträge(*2), sowie einer entsprechenden Rückführung, der abgelehnten Asylbewerber, ist mit einer schrittweisen
Reduktion der Belegung und einer entsprechenden Konzeptanpassung zu rechnen.
2. Der Erfolg des Pilotprojektes in Demen, die schulpichtigen Kinder im ersten Jahr per Inhouse-Unterricht an die deutsche Sprache heranzuführen, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Schulen vor Ort können reibungslos ihrem Bildungsauftrag folgen und die Kinder der untergebrachten Familien haben eine reale Chance, nicht nur die deutsche Sprache zu erlernen, um später optimale Lernerfolge zu erzielen, sondern können sich auch in einem angemessenen zeitlichen Rahmen mit der neuen Umgebung bekannt machen, ohne dabei aus der Bahn geworfen zu werden. Eine schrittweise und sensibel begleitete Integration in eine neue Gesellschaft, Umgebung und Kultur, die ja nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern durchlaufen, ist nachweislich erfolgreicher, als ein Hineinpressen in fremde Strukturen. Langfristig betrachtet gewinnen wir durch dieses besonnene Vorgehen
gut gebildete junge Erwachsene mit einer echten Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.
3. Die LUP Kliniken sollen zu einer „vernetzten und zukunftssicheren Versorgung für den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim aufgebaut werden“ und „die Patienten können darauf vertrauen, dass sie dank guter Qualität und ausgesprochener Patientennähe überall dort, wo ein LUP-Kliniken-Logo zu sehen ist, sehr gut versorgt werden“, so der Geschäftsführer Herr Alexander Gross zum Dienstantritt im Oktober 2023. Dieses Ziel im Auge behaltend kann das LUP Klinikum am Crivitzer See den durch die Dabeler Flüchtlinge auommenden medizinischen Mehrbedarf nur abdecken, wenn hier, das Demener Konzept ausbauend, Sprechzeiten für die Flüchtlinge fest eingeplant werden.

 

Quellen
*1) Evangelische Zeitung 16.07.2024
*2) Pressemitteilung Regierungsportal MV

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